Rat für Bürgerenergie

Der Rat für Bürgerenergie ist der fachliche Beirat des BBEn und besteht aus bis zu 20 VertreterInnen. Aufgaben sind unter anderem die Entwicklung inhaltlicher Positionen zur Bürgerenergie sowie die Beratung der Gremien. Auch ist der Rat Ansprechpartner für alle Fragen der Bürgerenergie. Darüber hinaus entsendet der Rat vier VertreterInnen in den Aufsichtsrat. Im nun 20 köpfigen Rat sind Menschen, die sich wissenschaftlich oder praktisch mit Bürgerenergie beschäftigen. Sie geben dem Bündnis wichtige Impulse und tragen das Thema Bürgerenergie in viele gesellschaftliche Bereiche.

Unsere Ratsmitglieder

Beate Petersen

(Sprecherin des Rates, mehrere Genossenschaften, Wuppertal)

„Klimagerechtigkeit mit Ressourcenschonung, Beteiligung und Teilhabe sind wichtige Bausteine auf dem Weg in eine l(i)ebenswerte Zukunft“, sagt Beate Petersen. Die Diplom-Finanzwirtin engagiert sich schon lange für Natur- und Umweltschutz & Klimagerechtigkeit. Denkanstöße geben, Expertise einbringen, bündeln und reflektieren - darin sieht sie die Aufgabe des Rates für Bürgerenergie. Beate Petersen will ihren Sinn für Gerechtigkeit, ihr analytisches und vernetztes Denken sowie lösungsorientierte Kommunikation einbringen – „verknüpft mit der Liebe zu Mensch und Natur.“

 

Stefan Hoffmann

(Stellvertretender Sprecher des Rates, Naturstrom AG, Vorstand der Bürger-Energie Lüdenscheid eG)

„Das Subsidiaritätsprinzip muss sich auch bei der Energieversorgung durchsetzen! Wertschöpfung und Mitbestimmung sollen wieder zurück in die Fläche!“ Das findet Stefan Hoffmann, Initiator und Vorstand der Bürger-Energie Lüdenscheid eG im Sauerland. Dezentrale Erzeugungsanlagen und regionale Stromtarife in Bürgerhand sind Werkzeuge, um dieses Ziel zu erreichen. Stefan Hoffmann arbeitet für die Naturstrom AG als kaufmännischer Angestellter am Standort Hamburg und kümmert sich dort um verschiedene Belange von Regional- und Mieterstrom.

Daniel Bannasch

(MetropolSolar Rhein- Neckar e.V.)

Seit 2006 arbeitet Daniel Banasch beim Aufbau und hauptamtliche Koordination des gemeinnützigen MetropolSolar-Netzwerks mit derzeit rund 350 Mitgliedern. Als wichtigen Schwerpunkt sieht MetropolSolar neben der Kommunikation des 100%-Ziels, den Anstoß für umfassende und unabhängige, lokale und regionale Energiekonzepte, -netzwerke und -agenturen. Daneben arbeitet Bannasch an verschiedenen Teilprojekten u.a.: Mitentwicklung eines Modells zur BürgerSolarBeratung, Steckersolar-Testmodul-Projekt, Kampagnen-Entwurf Sonne 2030.

 

Philipp Boos

(Rechtsanwalt und Gesellschafter bei Boos Hummel & Wegerich Rechtsanwälte)

„Als Rechtsanwalt berate ich seit 2002 vor allem Stadtwerke im Energiewirtschaftsrecht und Kommunen bei der Durchführung von Strom- und Gaskonzessionsverfahren. Dabei wird mir zunehmend die Sinnhaftigkeit und Bedeutung der Beteiligung der Bürger an der kommunalen Energieversorgung deutlich. Meine Ideen und Erfahrungen will ich gerne mit dem Rat der Bürgerenergie teilen.“

 

 

Rainer Doemen

(Freunde von Prokon e.V.)

"Ich setze mich seit Jahren für Energieautonomie und -demokratie ein. Überzeugt und mit vollem Herzen habe ich innovative PV-Projekte auf kommunalen (Schul)Dächern und Vereinshäusern entwickelt. Als Autor für (Steuer)Recht und PV und gemeinsam mit Eurosolarpreisträger K. Karpstein in den Bereichen Energiesparen, Energieeffizienz und Umbau des Energiesystems mithilfe von zwei Veranstaltungsreihen des Solarvereins Goldene Meile e. V vermittel ich Bildung. Seit Anfang 2014 leite ich die Öffentlichkeitsarbeit bei den Freunden von PROKON e. V. In den Rat will ich meine vielseitigen Erfahrungen und Erkenntnisse einbringen."

Hans-Josef Fell

(Ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages, Präsident der Energy Watch Group)

Hans-Josef Fell, Mitglied des Deutschen Bundestags von 1998 – 2013, ist Präsident der Energy Watch Group, Botschafter für 100 Prozent Erneuerbaren Energien sowie Senior Advisor für DWR eco GmbH. Er ist Autor des Gesetzentwurfs Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), das inzwischen von fast 100 Nationen kopiert wurde.

 

 

Petra Franz

(Diplom- Physikerin, Initiatorin der Energieliga)

"Seit 2001 arbeite ich als Diplom-Physikerin in der Branche der Erneuerbaren Energien. Photovoltaik ist ein Schwerpunkt. Mit nationaler und internationaler Berufspraxis in Vertrieb, Projektierung, Einkauf und Produktmanagement kenne ich die Branche aus verschiedenen Perspektiven. Über das Bremer Manifest bin ich Mitglied des BBEn geworden. Seit Juli 2017 beschäftige ich mich mit dem Braunkohletagebau Hambach. Ich bin Initiatorin der Energieliga (energieliga.org), die eine Plattform bieten soll, um gemeinsam eine Lösung für eine nachhaltige Energieversorgung im Rheinischen Revier zu erarbeiten. Die Basis: Funktionierende Ökosysteme bilden unsere Lebensgrundlage."

 

Josef Göppel

(Ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages, Vors. Umweltarbeitskreis CSU)

Von 1991 bis 2017 leitete Josef Göppel den Umweltarbeitskreis der CSU, deren Umweltprogramm er wesentlich mitgestaltete. Parteiintern galt er als unbequemer und hartnäckiger Querdenker. Die Medien sehen in ihm das grüne Gewissen seiner Partei. 2005 gründete er mit Wirtschaftsvertretern, Handwerkern und Wissenschaftlern das Netzwerk Erneuerbare Energien in der Region Westmittelfranken. Daraus ging 2014 die Genossenschaft „Regionalstrom Franken“ hervor. Deren Ziel ist der Direktverkauf von Strom in unmittelbarer Nähe zur Erzeugung. Das prägende Ergebnis seiner Amtszeit im Bundestag ist die Bürgerbeteiligung an der Energiewende. 2012 organisierte Josef Göppel das erste Bundestreffen der deutschen Energiegenossenschaften, aus dem sich das Bündnis Bürgerenergie entwickelte. Die Sonderbedingungen für Bürgerenergiegesellschaften im Ausschreibungsrecht gehen maßgeblich auf ihn zurück.

Susanne Jung

(Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V.)

„Trotz überzeugender Konzepte und trotz großer Begeisterung der Akteure geht es bei der Energiewende viel zu langsam voran. Die Lobbyisten der Fossil- und Atomindustrie bremsen in allen Bereichen. Anstatt immer nur auf faule Kompromisse zu reagieren und Lösungsideen für Probleme anzubieten, sollten die Freunde der Erneuerbaren handeln, in dem sie zusammen stehen und Bewegung schaffen. Gern bringe ich mich hier ein. Seit fast 25 Jahren bin ich hauptamtlich beim Solarenergie-Förderverein Deutschland beschäftigt. Ehrenamtlich engagiere ich mich in der Braunkohle-Protestbewegung im Rheinischen Revier und in der Unterstützung regionaler Erzeugerstrukturen." 

 

 

Claudia Kemfert

(Energieökonomin, DIW, Berlin)

August 2016 Berlin © Oliver Betke Als Energiegenossin in Oldenburg und Berlin steht Frau Kemfert für eine nachhaltige Energiewende, die ohne Bürgerenergie und deren „Mut-Bürger“ nicht umzusetzen wäre. Die Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am DIW und Professorin für Energieökonomie und Nachhaltigkeit an der Hertie School of Governance in Berlin sieht ihre Kernaufgaben in der forschungsbasierten Politikberatung und auf den Gebieten Energieforschung und Klimaschutz. Frau Kemfert trug einen bedeutenden Beitrag zum Dokumentarfilm „Power to Change – Die EnergieRebellion“ bei, welcher anhand praktischer Beispiele die Umsetzungsfähigkeit der Energiewende beleuchtet und mit Vorurteilen aufräumt. Mit dem literarischen Werk „Das fossile Imperium schlägt zurück“ warnt Frau Kemfert vor Ressourcenknappheit, den Folgen des Klimawandels und plädiert für eine CO2-freie Energieversorgung. Frau Kemfert gehört u. A. dem Sachverständigenrat für Umweltfragen an und berät den EU-Kommissionspräsidenten, UN & Weltbank. Sie agiert als Gutachterin des IPCC und seit 2010 als Beirätin der deutschen Umweltstiftung. Für Ihre ihre umfangreiche Arbeit im Namen der erneuerbaren Energien und des Klimaschutzes wurde Sie sie 2016 mit dem deutschen Solarpreis in der Kategorie „Sonderpreis für persönliches Engagement“ geehrt. Im selben Jahr erhielt sie zudem den Adam-Smith-Preis für Marktwirtschaftliche Umweltpolitik.


Daniel Knoll

(EnerGeno Heilbronn-Franken eG)

„Wir müssen die Gefahren der alten Energiewelt immer wieder bewusst machen, um für die Chance Energiewende zu begeistern“, sagt Daniel Knoll. Das Bündnis Bürgerenergie kann Menschen informieren und mobilisieren, um die Energiewende dezentral und in Bürgerhand weiter voran zu bringen. „Die Energiewende ist eine Gemeinschafts-Aufgabe – und die muss  spürbar und erlebbar werden." Als Mitarbeiter einer Bürger-Energie-Genossenschaft beschäftigt Daniel Knoll sich täglich mit den konkreten Auswirkungen der Energiepolitik aus Berlin. Seine praktische Erfahrung aus der Umsetzung der Energiewende vor Ort will er in den Rat einbringen.

Horst Leithoff

(Bürgerwindparksbetreiber, Schleswig-Holstein)

„Die Vernetzung der Kräfte, die sich für transparente Bürgerbeteiligung einsetzen, ist wichtig.“ Horst Leithoff, Sprecher des Bürgerwindbeirates des Bundesverband WindEnergie e.V. hofft, dass die Gemeinschaft das Engagement sichtbarer macht. Für ihn ist ein klares Bild von „BürgerEnergieProjekt“ wichtig. „Zu viele Akteure schmücken sich mit dem Begriff Bürgerbeteiligung, ohne dies im Kern zu wollen. Sie wollen unser Geld, aber nicht unsere Mitbestimmung. Wir wollen aber mitgestalten und -entscheiden.“ Sein Anliegen: „Die Freiheit des Bürgers zu stärken, sich eigenverantwortlich mit anderen zusammenschließen zu können, um Energieprojekte nach eigenen Vorstellungen umzusetzen."

Christfried Lenz

(BürgerEnergieAltmark eG)

"Wir sind keine Nische! "Bürgerenergie", Millionen "Prosumer" sind ausschlaggebend für den Erfolg der Energiewende. Und die ist überlebensnotwendig für die Menschheit! - Am einfachsten und ganz konkret kann das deutlich gemacht werden, indem die Aufmerksamkeit auf das Thema "externe Kosten" gelenkt und deren Berücksichtigung im Strommarktdesign verlangt wird.

 

Klaus Oberzig

(Beirat im Präsidium der DGS)

"Ich bin Beirat im Präsidium der DGS, Redaktionsmitglied bei den DGS News und langjähriger Fachautor für Erneuerbare Energien. Seit Anfang der 1980er Jahre arbeite ich für die Energiewende bzw. eine Solarisierung, wobei mein Schwerpunkt bei der solaren Wärme lag. Als Vertreter der DGS beim Runden Tisch der Solarfreunde liegt es mir am Herzen, die Zusammenarbeit der NGOs zu verbessern. Zum anderen ist die Bürgerenergie für mich die Kraft, die gegen die Energiekonzerne steht und gestärkt werden muss."

 

Erhard Prehm

(BürgerEnergieAltmark eG)

"Eine bessere Klimazukunft ist ein essentieller Beitrag zur Gerechtigkeit in der Welt und gegenüber unseren Kindern und Enkeln. Jeder kann einen Beitrag leisten. Meine Familie nutzt Sonnenenergie für Warmwasser und Strom. Unser Auto fährt mit Bio-Methan und wir gehen auch sonst bewusst und sparsam mit Energie um. Aber gemeinsam mit anderen Menschen schafft man mehr. In der BürgerEnergieAltmark eG erzeugen wir nicht nur aus Sonne sauberen Strom, sondern treten als Mutbürger für die Energiewende ein. Wir können nicht auf die Politik und die Energiekonzerne warten, sondern müssen als Aktivisten weitere Menschen mitnehmen und die Politik antreiben, den Umbau des Energiesystems konsequent voranzubringen."

Volker Quaschning

(Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin)

"Politik und Energiekonzerne sind derzeit nicht in der Lage, die Energiewende im nötigen Tempo für einen wirksamen Klimaschutz durchzusetzen", meint Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin. "Dabei ist eine rein regenerative Energieversorgung bis 2040 technologisch und ökonomisch kein Problem. Ich möchte helfen, das nötige Bewusstsein dafür zu schaffen. Denn nur wir Bürger sind in der Lage, eine echte Revolution der Energieversorgung auf den Weg zu bringen."

 

Stephan Rieping

(Sonnenwende Bürger-Energie-Harsewinkel eG)

 „Mehr Demokratie wagen“, ist ein für mich beeindruckendes Zitat Willy Brands, dessen Botschaft nicht nur hochaktuell ist, sondern in Zeiten überbordender Konzernmacht noch immer an Bedeutung zulegt. „Mehr Energie-Demokratie wagen“ ist deshalb das, was ich mit Bürgerenergie beflügeln will. Die Sonne legt mit Ihrer universellen Verfügbarkeit die Macht zurück in die Hand der Bürger vor Ort. Wir Bürger müssen nur eins tun: Wir müssen dieses einmalige Angebot annehmen und sie nutzen! Für Wertschöpfung vor Ort, für Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung vor Ort, für Akteursvielfalt und echte Märkte, für Verteilungsgerechtigkeit, für Klima- und Umweltschutz und für mehr Demokratie!

 

Heiko Rüppel

(ENERCON GmbH)

"Die dezentrale Energiewende ist eine zentrale Herausforderung unserer Gesellschaft. Die Wertigkeit des EE-Stroms wird durch verschiedene neue und bereits existierende Märkte sowie technische Innovationen getrieben. Die Zusammenarbeit zwischen Anlagenherstellern, Anlagenbetreibern, Direktvermarktern und Netzbetreibern ist essentiell, um das Innovationspotenzial von EE-Strom nutzbar zu machen. Wir müssen aber aufpassen, dass die Bürgerenergiegesellschaften bei den anstehenden Veränderungsprozessen in unserer Energiewirtschaft nicht außen vor bleiben. Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Chancen darin liegen, die Kooperationen insbesondere mit Kommunen und Stadtwerken und Bürgerenergiegesellschaften weiter auszubauen und neue Wertschöpfungsmodelle für die Energievermarktung, der Ladeinfrastruktur, der Speicher- und Sektorenkopplungsprojekte zu entwickeln, um gemeinsam den Weg in die Zukunft des neuen Energiemarktes zu gehen. Als Überzeugungstäter und Leiter der Smart Solution Abteilung bei ENERCON möchte ich gerne mein Know-how in den Rat des BBEn mit einbringen."

Felix Schäfer

(Bürgerwerke eG, Baden-Württemberg)

„Die Akteure der alten Energielandschaft haben kein Interesse an der Energiewende in Bürgerhand. Die Bürger müssen das selbst in die Hand nehmen. Im Bündnis Bürgerenergie können wir die Stimme der vielen Energiebürger bündeln – nur so werden wir gehört“, sagt Felix Schäfer, Vorstand der Bürgerwerke. Im Rat möchte er dazu beitragen, dass die Bedürfnisse der BürgerEnergieGesellschaften vor Ort nach Berlin getragen werden. Die Grundlage für neue Geschäftsmodelle zu schaffen und diese in der Fläche zu verbreiten, sieht er als zentralen Punkt. „Die Entwicklung weg von reinen Erzeuger- zu Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften, können Schritte auf diesem Weg sein.“