Rat für Bürgerenergie

Der Rat für Bürgerenergie ist der fachliche Beirat des BBEn und besteht aus bis zu 20 VertreterInnen. Aufgaben sind unter anderem die Entwicklung inhaltlicher Positionen zur Bürgerenergie sowie die Beratung der Gremien. Auch ist der Rat Ansprechpartner für alle Fragen der Bürgerenergie. Darüber hinaus entsendet der Rat zwei VertreterInnen in den Aufsichtsrat. Im derzeit 13köpfigen Rat sind Menschen, die sich wissenschaftlich oder praktisch mit Bürgerenergie beschäftigen. Sie geben dem Bündnis wichtige Impulse und tragen das Thema Bürgerenergie in viele gesellschaftliche Bereiche.

Unsere Ratsmitglieder

Auf dem 1. Bürgerenergie-Konvent wurden am 18. Oktober 2014 in Fulda acht Mitglieder in den neu konstituierten Rat gewählt und jeweils in 2015 und 2016 erweitert:

1. Wahlrunde im Oktober 2014:

  • Jakob R. Müller, Forschungsnetzwerk Energiegenossenschaften, Nordrhein-Westfalen (aus dem Rat mittlerweile ausgeschieben)
  • Kai Hock, HEG Heidelberger Energiegenossenschaft eG, Baden-Württemberg
  • Horst Leithoff, Bürgerwindparksbetreiber, Schleswig-Holstein
  • Stefanie Usbeck, Windfang eG, Niedersachsen
  • Erhard Renz, MPS Energie Institut MetropolSolar Rhein-Neckar e.V., Baden-Württemberg
  • Felix Schäfer, Bürgerwerke eG, Baden-Württemberg
  • Luise Neumann-Cosel, BürgerEnergie Berlin eG, Berlin
  • Weert Canzler, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Berlin

2. Wahlrunde im September 2015:

  • Iris Degenhardt-Meister, BEG BürgerEnergieGenossenschaft Wolfhagen (im September 2016 ausgescheiden)
  • Beate Petersen, mehrere Genossenschaften, Wuppertal (Sprecherin des Rates)
  • Daniel Knoll, EnerGeno Heilbronn-Franken eG
  • Wolfgang Siegel, Prokon eG
  • Malte Zieher, solar popular eG, Bremen sowie Bürgersolaranlagen Sandhausen GbR (stellvertretender Sprecher des Rates)
  • Volker Quaschning, Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin

3. Wahlrunde im September 2016:

  • Rainer Doemen, Freunde von Prokon e.V.
  • Christfried Lenz, BürgerEnergieAltmark eG
  • Erhard Prehm, BürgerEnergieAltmark eG
  • Stephan Rieping



Von links nach rechts: unsere beiden Aufsichtsratsmitglieder Dietmar Freiherr von Blittersdorff (Aufsichtsratsvorsitzender) sowie Lukas Beckmann (Stellv. Aufsichtsratsvorsitzender) mit dem frisch erweiterten Rat für Bürgerenergie -  Beate Petersen, Kai Hock, Stefanie Usbeck, Malte Zieher, Luise Neumann-Cosel, Felix Schäfer, Daniel Knoll, Horst Leithoff, Jakob R. Müller, Wolfgang Siegel, Weert Canzler.
Nicht auf dem Bild: Volker Quaschning, Erhard Renz, Rainer Doemen, Christfried Lenz, Erhard Prehm sowie Stephan Rieping.

Beate Petersen

„Klimagerechtigkeit mit Ressourcenschonung, Beteiligung und Teilhabe sind wichtige Bausteine auf dem Weg in eine l(i)ebenswerte Zukunft“, sagt Beate Petersen. Die Diplom-Finanzwirtin engagiert sich schon lange für Natur- und Umweltschutz & Klimagerechtigkeit. Denkanstöße geben, Expertise einbringen, bündeln und reflektieren - darin sieht sie die Aufgabe des Rates für Bürgerenergie. Beate Petersen will ihren Sinn für Gerechtigkeit, ihr analytisches und vernetztes Denken sowie lösungsorientierte Kommunikation einbringen – „verknüpft mit der Liebe zu Mensch und Natur.“

Kai Hock

„Die Transformation der Energiewirtschaft ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Nur eine gut organisierte Bürgerenergie wird in der Lage sein, dabei die notwendige Führungsrolle zu übernehmen“, sagt Kai Hock. Diese besondere Aufgabe der Bürgerenergie zu kommunizieren, darin sieht der Mitgründer der HEG Heidelberger Energiegenossenschaft eG seine Aufgabe im Rat. „Um eine klare und kraftvolle Stimme zu entwickeln, braucht es eine breite Legitimation von der Basis sowie bessere, leistungsfähigere Strukturen vor Ort.“

 

Stefanie Usbeck

„Das Bündnis Bürgerenergie ist für mich die wichtigste Organisation seit dem Backlash gegen die Erneuerbaren in Bürgerhand“, sagt Stefanie Usbeck. Die „Windfängerin“ ist Vorstandsfrau der Windfang eG, der ersten FrauenEnergieGemeinschaft in Deutschland. Im Rat will sie die Windenergie vertreten und die Präsenz von Frauen stärken. Ihr Herzensanliegen ist, „die Windmüller aus dem Norden mit den Genossenschaften zu Netzen, Solar- und Biogasanlagen, BHKW zu einen, um gemeinsam gute Konzepte zu erarbeiten". Ihre Vision: „Der Besitz an der Energieversorgung sollte so selbstverständlich werden wie eine Eigentumswohnung. Global denken – lokal handeln“.

 

 Malte Zieher

Das Bündnis kann eine Gegenstimme zur Lobby der zentralistischen fossilen Konzernwirtschaft sein, meint der Energieökonom Malte Zieher. Den Rat sieht er als Impulsgeber für neue Ideen und Modelle der Bürgerenergie. „Wir können dazu beitragen, dass das Bündnis Bürgerenergie auf einer starken Basis mit vielen engagierten Menschen in den Regionen fußt.“ Als Geschäftsführer einer Bürgersolaranlage und Genossenschaftsvorstand bringt er Praxiserfahrungen mit, zudem sein Wissen als Projektmanager im Bereich Netz- und Marktintegration ein. Malte Zieher ist überzeugt: „Die Energiewende kann auch ein Beitrag für eine demokratische und solidarische Ökonomie sein.“

Luise Neumann-Cosel

„Echte Energiewende gibt es nicht, wenn wir auf die traditionellen Energieversorger warten, sondern nur, wenn wir sie selbst voranbringen“, sagt Luise Neumann-Cosel. „Dafür brauchen wir Erfahrungsaustausch, Vernetzung und eine starke Stimme für die Bürgerenergie“, meint die „Stromrebellin 2013“ und Vorstandsfrau der BürgerEnergie Berlin eG. Ihren Beitrag im Rat sieht sie darin, ihr Wissen über Energienetze, Konzessionsvergaben und deren Bedeutung für die Energiewende zu verbreiten. „Ich möchte Menschen ermutigen, ihre Netze in die eigenen Hände nehmen.“

 

Felix Schäfer

„Die Akteure der alten Energielandschaft haben kein Interesse an der Energiewende in Bürgerhand. Die Bürger müssen das selbst in die Hand nehmen. Im Bündnis Bürgerenergie können wir die Stimme der vielen Energiebürger bündeln – nur so werden wir gehört“, sagt Felix Schäfer, Vorstand der Bürgerwerke. Im Rat möchte er dazu beitragen, dass die Bedürfnisse der BürgerEnergieGesellschaften vor Ort nach Berlin getragen werden. Die Grundlage für neue Geschäftsmodelle zu schaffen und diese in der Fläche zu verbreiten, sieht er als zentralen Punkt. „Die Entwicklung weg von reinen Erzeuger- zu Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaften, können Schritte auf diesem Weg sein.“

 

Daniel Knoll

„Wir müssen die Gefahren der alten Energiewelt immer wieder bewusst machen, um für die Chance Energiewende zu begeistern“, sagt Daniel Knoll. Das Bündnis Bürgerenergie kann Menschen informieren und mobilisieren, um die Energiewende dezentral und in Bürgerhand weiter voran zu bringen. „Die Energiewende ist eine Gemeinschafts-Aufgabe – und die muss  spürbar und erlebbar werden." Als Mitarbeiter einer Bürger-Energie-Genossenschaft beschäftigt Daniel Knoll sich täglich mit den konkreten Auswirkungen der Energiepolitik aus Berlin. Seine praktische Erfahrung aus der Umsetzung der Energiewende vor Ort will er in den Rat einbringen.

 

Horst Leithoff

„Die Vernetzung der Kräfte, die sich für transparente Bürgerbeteiligung einsetzen, ist wichtig.“ Horst Leithoff, Sprecher des Bürgerwindbeirates des Bundesverband WindEnergie e.V. hofft, dass die Gemeinschaft das Engagement sichtbarer macht. Für ihn ist ein klares Bild von „BürgerEnergieProjekt“ wichtig. „Zu viele Akteure schmücken sich mit dem Begriff Bürgerbeteiligung, ohne dies im Kern zu wollen. Sie wollen unser Geld, aber nicht unsere Mitbestimmung. Wir wollen aber mitgestalten und -entscheiden.“ Sein Anliegen: „Die Freiheit des Bürgers zu stärken, sich eigenverantwortlich mit anderen zusammenschließen zu können, um Energieprojekte nach eigenen Vorstellungen umzusetzen.“

 

Wolfgang Siegel

„Wir müssen uns zusammenschließen und alles dafür tun, dass die regenerativen Energien schnellstmöglich die alten Energieträger ersetzen“, sagt Wolfgang Siegel, Aufsichtsrat der neu gegründeten PROKON Regenerative Energien eG. Menschen sollten das Mehrgeld, das sie nicht für den unmittelbaren Lebensunterhalt benötigen, über genossenschaftliche und andere gemeinwohlorientierte Strukturen in die Entwicklung der regenerativen Energien stecken. „Die wirtschaftlichen Vorteile der regenerativen Energien müssen ihren Finanzierern und der Gesellschaft insgesamt durch sozial erträgliche Strompreise zu Gute kommen.“ Der Rat für Bürgerenergie soll sich zu einer gesellschaftlichen Kraft der Sammlung von Know-how über die Energiewende entwickeln. Als Initiator und Vorsitzender der Freunde von Prokon will Siegel sein psychologisches und organisatorisches Wissen zur bewussten Gestaltung der Verbundenheit unter den Menschen, die die Energiewende wollen, in den Rat einbringen.

 

Weert Canzler

„Die Energiewende ist dezentral und wird weiter von den Bürgern vor Ort getragen. Nur so wird sie nicht zu einem technokratischen Rohrkrepierer.“ Davon ist Weert Canzler überzeugt. Der Sozialwissenschaftler und Mobilitätsforscher am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung sieht seinen Beitrag im Rat für Bürgerenergie im Kontakt zu wissenschaftlichen Unterstützern der dezentralen Energiezukunft. Die Zukunftsaufgaben? „Die Stromwende muss zu einer Wärme- und Verkehrswende erweitert werden – und wir brauchen neue Ideen, um mehr jüngere Menschen für die postfossile Zukunft zu begeistern.“

 

Volker Quaschning

"Politik und Energiekonzerne sind derzeit nicht in der Lage, die Energiewende im nötigen Tempo für einen wirksamen Klimaschutz durchzusetzen", meint Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Berlin. "Dabei ist eine rein regenerative Energieversorgung bis 2040 technologisch und ökonomisch kein Problem. Ich möchte helfen, das nötige Bewusstsein dafür zu schaffen. Denn nur wir Bürger sind in der Lage, eine echte Revolution der Energieversorgung auf den Weg zu bringen."

 

Erhard Renz

„Eine Vernetzung und Austausch der Akteure ist ein Fortschritt für alle.“ Erhard Renz ist ein Pionier in Sachen Bürgerenergie. „Bürger müssen mehr Verantwortung in ihrem Umfeld übernehmen. Dazu müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen.“ Neben der Produktion Erneuerbarer Energien sollten nach seiner Meinung auch Energieeffizienz, Kauf und Betrieb von Netzen aller Art und die nachhaltige Entwicklung der Kommunen stärker in den Blick kommen.

 

 

Erhard Prehm

"Eine bessere Klimazukunft ist ein essentieller Beitrag zur Gerechtigkeit in der Welt und gegenüber unseren Kindern und Enkeln. Jeder kann einen Beitrag leisten. Meine Familie nutzt Sonnenenergie für Warmwasser und Strom. Unser Auto fährt mit Bio-Methan und wir gehen auch sonst bewusst und sparsam mit Energie um. Aber gemeinsam mit anderen Menschen schafft man mehr. In der BürgerEnergieAltmark eG erzeugen wir nicht nur aus Sonne sauberen Strom, sondern treten als Mutbürger für die Energiewende ein. Wir können nicht auf die Politik und die Energiekonzerne warten, sondern müssen als Aktivisten weitere Menschen mitnehmen und die Politik antreiben, den Umbau des Energiesystems konsequent voranzubringen."

 

Christfried Lenz

"Wir sind keine Nische! "Bürgerenergie", Millionen "Prosumer" sind ausschlaggebend für den Erfolg der Energiewende. Und die ist überlebensnotwendig für die Menschheit! - Am einfachsten und ganz konkret kann das deutlich gemacht werden, indem die Aufmerksamkeit auf das Thema "externe Kosten" gelenkt und deren Berücksichtigung im Strommarktdesign verlangt wird. In einer zeitnah beginnenden Kampagne sollten wir alles daran setzen, dass dies zum beherrschenden Thema der Bundestagswahl 2017 wird!"

 

 

Rainer Doemen

"Ich setze mich seit Jahren für Energieautonomie und -demokratie ein. Überzeugt und mit vollem Herzen habe ich innovative PV-Projekte auf kommunalen (Schul)Dächern und Vereinshäusern entwickelt. Als Autor für (Steuer)Recht und PV und gemeinsam mit Eurosolarpreisträger K. Karpstein in den Bereichen Energiesparen, Energieeffizienz und Umbau des Energiesystems mithilfe von zwei Veranstaltungsreihen des Solarvereins Goldene Meile e. V vermittel ich Bildung. Seit Anfang 2014 leite ich die Öffentlichkeitsarbeit bei den Freunden von PROKON e. V. In den Rat will ich meine vielseitigen Erfahrungen und Erkenntnisse einbringen."

 

Stephan Rieping

 „Mehr Demokratie wagen“, ist ein für mich beeindruckendes Zitat Willy Brands, dessen Botschaft nicht nur hochaktuell ist, sondern in Zeiten überbordender Konzernmacht noch immer an Bedeutung zulegt. „Mehr Energie-Demokratie wagen“ ist deshalb das, was ich mit Bürgerenergie beflügeln will. Die Sonne legt mit Ihrer universellen Verfügbarkeit die Macht zurück in die Hand der Bürger vor Ort. Wir Bürger müssen nur eins tun: Wir müssen dieses einmalige Angebot annehmen und sie nutzen! Für Wertschöpfung vor Ort, für Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung vor Ort, für Akteursvielfalt und echte Märkte, für Verteilungsgerechtigkeit, für Klima- und Umweltschutz und für mehr Demokratie!