PIA – Professionalität | Inklusion | Akzeptanz
In dem Projekt wollen wir eine digitale Plattform entwickeln. Wir wollen zeigen, wie viele Bürger*innen – besonders mit kleinem Einkommen oder bisher unbeteiligt – aktiv bei der Energiewende mitmachen. Die Plattform soll die Teilnahme an Energy Sharing und Energiegemeinschaften erleichtern, Vertrauen zur Bürgerenergie aufbauen und Vorteile für die Bürger*innen hervorheben. Energiegemeinschaften bedeuten: Gemeinsam Strom aus erneuerbaren Energien nutzen oder erzeugen und dabei Kosten sparen.
Stand der Wissenschaft:
Inklusion: Auch in erneuerbaren-Energie-Genossenschaften beteiligen sich selten unterschiedliche Gruppen; ärmere und bildungsferne Menschen werden kaum einbezogen. Standardisierte Beteiligungsmodelle außerhalb klassischer Genossenschaften fehlen.
Verhalten & Teilhabe: Informationen allein aktivieren Menschen nicht. Komplexe Lebensrealitäten, hohe Kosten und kognitive Barrieren erschweren Engagement, und kleine Störungen können die Beteiligung komplett stoppen.
Akzeptanz & finanzielle Beteiligung: Wer finanziell beteiligt ist, akzeptiert die Energiewende stärker. Eigentümer:*nnen von PV-Anlagen engagieren sich mehr, Mieter*innen bleiben oft außen vor. Rund 30 % der Bevölkerung stehen der Energiewende gleichgültig gegenüber.
Projektpartner
Ziele:
- Günstigere und faire Energie für alle
- Einfacher Zugang von Energiegemeinschaften/Energy Sharing auch für Menschen mit wenig Einkommen
- Mitbestimmen statt nur zuschauen
Herausforderungen:
- Viele Menschen fühlen sich nicht angesprochen oder nicht kompetent genug
- Hürden: fehlende Informationen, fehlendes Vertrauen, technische Sprache, Zeitmangel
- Finanzielle Beteiligung oft nicht das größte Problem – sondern Kommunikationsdefizite
Bisherige Meilensteine:
Workshops in Pilotstädten (Köln, Wundsiedel, Bamberg, Herzberg/Elster)
Gespräche mit Stakeholdern und Bürger*innen um deren Erfahrungen und Wünsche aufzunehmen
Deliverable 2.2: Was braucht eine Energiegemeinschaft, um zu funktionieren?
Dieser Frage geht Deliverable 2.2 im Projekt PIA nach. In Workshops und Bestandsaufnahmen vor Ort wurden die vier Pilotstandorte Bamberg, Wunsiedel, Köln und Herzberg (Elster) genau unter die Lupe genommen: Wer sind die Akteur*innen? Welche Anlagen, Strukturen und digitalen Systeme sind vorhanden? Und wer trägt welche Verantwortung?
Die Ergebnisse zeigen: Energiegemeinschaften sind weit mehr als Solarpanele auf Dächern. Sie verbinden Technik, Organisation, Recht und Menschen. Jeder Pilot bringt eigene Stärken mit. Gemeinsam bilden sie die Grundlage dafür, wie die PIA-Plattform künftig echte Energiegemeinschaften unterstützen kann.
PIA auf dem Bürgerenergie-Konvent 2026
Beim Bürgerenergie-Konvent am 8.–9. Mai im Energiepark Hirschaid war PIA mit einem Stand auf dem Marktplatz dabei. Rund 260 Akteur*innen aus Bürgerenergie, Kommunen und Zivilgesellschaft kamen zusammen – und am PIA-Stand entstanden genau die Gespräche, die das Projekt voranbringen: neugierig, konkret, inspirierend.
Der Konvent hat uns gezeigt: Das Interesse daran, wie Bürgerenergie professioneller und inklusiver werden kann, ist groß – und der Bedarf, den PIA adressiert, real.
Sehenswertes Video: Energiewende gerecht gestalten – aber wie?
Dieses kurze Erklärvideo vom Kelso Institut (ca. 3,5 Minuten) zeigt auf, warum die Energiewende bislang vor allem Menschen mit mittlerem bis hohem Einkommen zugutekommt – und was sich politisch ändern muss, damit das anders wird.
Das EU-Recht gibt allen Bürger*innen das Recht, Energie zu erzeugen und Energiegemeinschaften zu gründen. Doch wer kein Eigenkapital hat, bleibt außen vor – und wer es trotzdem versucht, riskiert, dass Einnahmen direkt auf die Sozialleistungen angerechnet werden.
Das Video zeigt, warum einkommensschwache Haushalte die Energiewende mitfinanzieren, aber kaum von ihr profitieren, und macht drei konkrete Vorschläge, wie das anders gehen könnte: günstigerer Strom durch soziale Energieteilungsprogramme, die Förderung inklusiver Energiegemeinschaften sowie eine anrechnungsfreie Zulage von 1.000 Euro für die Beteiligung an Erneuerbaren-Projekten.
PIA auf der BEWEGT-Konferenz 2026 – und ausgezeichnet!
Ende März kamen in Berlin über 100 Forschende aus dem Förderschwerpunkt „Energiewende & Gesellschaft" zur BEWEGT-Konferenz zusammen – darunter auch das PIA-Team.
Zwei Tage lang wurde diskutiert, vernetzt und an Lösungen gearbeitet: für eine Energiewende, die alle mitnimmt. Für uns besonders im Fokus: Wie erreichen wir Menschen, die bisher kaum Zugang zur Energiewende haben?
Das PIA-Poster wurde von den Teilnehmenden mit dem Best Poster Award in der Kategorie „Projekte in der Anfangsphase" ausgezeichnet – eine schöne Bestätigung für unseren Ansatz, Forschung verständlich und nah an der Praxis zu gestalten.
Danke an alle Projektpartner und Gesprächspartner*innen vor Ort!
Förderung
Förderzeitraum:
01.06.2025 bis 31.05.2028
Ansprechperson
