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Bürgerenergie erklärt!

Bürgerenergie ist vielfältig – und voller Fachbegriffe. Was genau ist eine Bürgerenergiegemeinschaft? Wie funktioniert Energy Sharing? Und was steckt hinter Konzepten wie Mieterstrom oder gemein­schaftlicher Gebäudeversorgung?

Auf dieser Seite findest du verständliche Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen, Konzepten und Themen der Bürgerenergie. Egal, ob du gerade erst ins Thema einsteigst oder gezielt Informationen suchst: Unsere Wissensbausteine geben dir einen schnellen Überblick und helfen dir, Zusammenhänge einfach zu verstehen. So wird Bürgerenergie Schritt für Schritt verständlich.


Bündnis & Bürgerenergie erklärt

Wer ist das Bündnis Bürgerenergie?

Das Bündnis Bürgerenergie hilft Menschen, gemeinsam Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, zu nutzen und zu teilen. Es berät Bürgerenergiegemeinschaften von der ersten Idee über Planung und Finanzierung bis zur Errichtung von Anlagen. Außerdem bietet es Infos und praxisnahe Workshops, damit Projekte erfolgreich starten und wachsen können. So verstehen immer mehr Menschen, wie Bürgerenergie funktioniert, und können direkt vor der eigenen Haustür die Energiewende selbst in die Hand nehmen.

Als Stimme der Bürgerenergie vertritt das Bündnis die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Es kämpft für faire Regeln, damit Projekte langfristig planen und wirtschaftlich arbeiten können. Zugleich zeigt es, wie Bürgerenergie Klimaschutz, Mitbestimmung und regionale Wertschöpfung verbindet. 

Durch Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Zusammenarbeit mit Partner*innen beschleunigt das Bündnis Projekte und gestaltet die Energiewende vor Ort aktiv mit.

Was sind Bürgerenergiegemeinschaften?

Bürgerenergiegemeinschaften sind ein nachhaltiges Geschäftsmodell mit Zukunft, bei dem das Wohl aller zählt. Sie bringen die Energiewende voran, indem sie alles selbst in die Hand nehmen, von der ersten Planung, über den Bau, bis zum Betrieb von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Dabei geht es ihnen nicht darum, den höchsten Profit zu machen. Stattdessen achten sie darauf, dass ihre Projekte gut für die Umwelt, die Wirtschaft und die Menschen vor Ort sind.

In Bürgerenergiegemeinschaften sind echte Profis am Werk. Sie planen, bauen und betreiben moderne Anlagen für erneuerbaren Strom und erneuerbare Wärme mit viel Fachwissen. Egal ob Solarstromprojekte wie Mieterstrom, Windräder auf dem Feld oder Wärmenetze – sie sorgen dafür, dass die Energie direkt dort entsteht, wo sie verbraucht wird. 

Dafür sammeln sie Milliarden an privatem Geld ein. Das entlastet die Kassen der Städte und Gemeinden, weil diese den Ausbau nicht alleine stemmen müssen. Aber die Macher*innen können mehr als nur Technik: Sie bringen die Menschen zusammen und lassen sie demokratisch mitentscheiden. Das schafft Vertrauen und sorgt dafür, dass die Energiewende vor Ort auch wirklich akzeptiert ist. Kurz gesagt: Bürgerenergie ist der Schlüssel zu einer sicheren und fairen Stromversorgung für uns alle.

Grundlagen: Demokratie, Beteiligung, Klimaschutz

Zufriedene Bürger*innen: Das (Energie-)System funktioniert

Bürgerenergie zeigt, dass große Energieprojekte auch ohne Dauerstreit gelingen können.

Bürger­energie­genossenschaften planen ihre Projekte sorgfältig, transparent und gemeinsam mit den Betroffenen. Sorgen und Einwände werden nicht übergangen, sondern ernstgenommen und so weit möglich berücksichtigt. Genau deshalb werden diese Projekte fast immer erfolgreich gebaut und bleiben langfristig wirtschaftlich stabil. Bürgerenergie beweist: Wenn Verwaltung, Wirtschaft und Bürgerschaft zusammenarbeiten, funktioniert der Staat, und das Energiesystem gleich mit.

Demokratie

In der Bürgerenergie wird Demokratie nicht erklärt, sondern einfach gemacht. Bei Energieprojekten gibt es natürlich verschiedene Meinungen: Wo soll das Windrad stehen? Welche Risiken gibt es? Und wer verdient am Ende daran? Da wird diskutiert, gestritten und verhandelt, bis eine Lösung steht, mit der alle zufrieden sind. Weil die Menschen von Anfang an mitplanen, fließen ihre Ideen direkt in das Projekt ein. So wird Demokratie greifbar: Sie ist kein kompliziertes Wort, sondern das gemeinsame Suchen nach einer Lösung, bei der jeder gehört wird. Das ist das beste Rezept gegen demokratiefeindliche Stimmen.

Teilhabe

Bürgerenergie macht normale Menschen zu echten Gestalter*innen der Energiewende.
Schon mit 100 bis 600 Euro, oft sogar in Raten, kann jede*r Anteile an einer Bürgerenergiegenossenschaft erwerben. Damit sind die Beteiligten direkt Miteigentümer*innen einer Solaranlage, eines Windparks oder eines Nahwärmenetzes. Die Anlagen gehören nicht Konzernen, sondern der Gemeinschaft.

Und das Entscheidende: Die Mitglieder bestimmen selbst, ob Gewinne ausgezahlt oder gleich wieder in neue Projekte investiert werden. Teilhabe heißt hier nicht Zuschauen, sondern Mitentscheiden und Mitverdienen.


 

Einfach erklärt

Bei der Energiewende selbst mitmachen − Das nennt sich Bürgerenergie. Man kauf sich Anteile an einer Genossenschaft – das kostet nur 100 bis 600 Euro. Und das Geld kann man oft sogar in Raten zahlen. So werden die Nachbar*innen aus dem Haus zu Gestalter:innen der Energiewende. 

Dann gehört einem ein Stück vom Windrad oder der Solaranlage direkt vor Ort. Der Clou: Das Geld landet nicht bei irgendwelchen Großkonzernen, sondern bei den Menschen. Die Mitglieder entscheiden gemeinsam, ob sie sich den Gewinn auszahlen lassen oder ihn direkt ins nächste Projekt stecken. Man schaut also nicht nur zu, sondern bestimmt mit und verdient auch noch was dabei.

Klimaschutz

Bürgerenergie macht Tempo beim Klimaschutz und zeigt, wie wir die Energiewende gemeinsam vorantreiben können. Fakt ist: Die Energie­versorgung verursacht bei uns immer noch die meisten Treibhausgase mit 83,5% (2023, UBA) – vor allem, weil Strom und Wärme oft noch in großen, alten Kraftwerken entstehen. Wenn wir diesen Ausstoß nicht schleunigst senken, verpassen wir unsere Klimaziele. Die Folgen spüren wir dann alle: Extremwetter, steigende Kosten für Infrastruktur und Gesundheit, sinkende Lebensqualität. 

Dabei ist die Lösung längst da: Allein im Jahr 2024 haben erneuerbare Energien in Deutschland rund 259 Millionen Tonnen CO₂ eingespart. Das ist so viel, wie ganze Länder wie Spanien pro Jahr ausstoßen. Genau hier kommt die Bürgerenergie ins Spiel: Fast 40 Prozent der Ökostrom-Anlagen gehören bereits Bürger*innen. Ob Solarzellen auf der Schule oder das Windrad auf dem Feld – jedes dieser Projekte spart schon jetzt CO₂ und sorgt dafür, dass die Menschen vor Ort auch hinter der Energiewende stehen. Bürgerenergie ist also weit mehr als nur ein Plan: Sie ist wirksamer Klimaschutz zum Selbermachen.

Gemeinschaft

Bürgerenergie erzeugt nicht nur grünen Strom, sondern bringt auch Menschen zusammen. Hier kann jede*r mitmachen – egal wie alt man ist, woher man kommt oder wie viel man verdient. Ein Anteil an einer Genossenschaft kostet oft nur 100 Euro. Wer sich beteiligt oder den Strom von nebenan nutzt, gestaltet die Energiewende direkt mit. 

Man kann sich aber auch ohne Geld einbringen: Die einen pflegen die Webseite, andere sprechen mit den Nachbar*innen, helfen beim Aufbau der Solaranlage oder organisieren das Grillfest danach. So wird aus der Energiewende ein echtes Gemeinschaftsprojekt, das verbindet und auf das man vor Ort stolz sein kann. 

Kooperation

Bürgerenergie-Akteure bringen alle an einen Tisch: Nachbar*innen, die Gemeinde, Landwirt*innen, kleine Firmen und Banken. Sie sorgen dafür, dass aus einer guten Idee ein echtes Projekt wird, das professionell geplant und sicher betrieben wird. 

Ihr großer Pluspunkt: Sie bringen das Ersparte der Bürger*innen mit dem Geld der Gemeinde und lokaler Firmen zusammen – egal, ob es um Solarparks, Windräder oder ein neues Wärmenetz geht. Weil alles offen abläuft, ziehen alle an einem Strang. Das spart Zeit bei den Genehmigungen und sorgt dafür, dass die Projekte dauerhaft stabil laufen. Die Entscheidungen und das Geld bleiben im Ort, und die Aufträge gehen an Firmen aus der Region. 

Bürgerenergie bring Stadt und Land zusammen

Bürgerenergie bringt Stadt und Land an einen Tisch. Sie zeigt: Die Energiewende ist nicht nur Technik, sondern etwas, das wir gemeinsam schaffen. Wenn Menschen gemeinsam in Windräder, Solarparks oder Wärmenetze investieren, entstehen neue Einnahmen und ein starkes Wir-Gefühl. Auch der Bauernverband sagt: Das ist eine große Chance und stärkt ländliche Regionen. Bürgerenergie wird zu einer Brücke, die Menschen zusammenbringt. Sie macht die Energie­versorgung zu einem Ort, an dem man miteinander arbeitet statt sich zu streiten. Und es werden die ländlichen Regionen gestärkt.

Vor-Ort-Versorgung

Vor-Ort-Versorgungskonzepte

Strom und Wärme für Haushalte sollte am besten dort erzeugt werden, wo sie auch verbraucht werden. Dann fallen weite Transportwege weg, und das hat gleich zwei Vorteile. Erstens geht so kaum Energie verloren. Zweitens spart man Geld, weil die Stromnetze nicht so stark ausgebaut werden müssen. Für die Verbraucher*innen bedeutet das: Sie erhalten günstige erneuerbare Energie, zuverlässig und ohne Umwege.

Das Potenzial dieser Versorgung vor Ort ist riesig: Der Solarstrom vom eigenen Haus oder aus der Nachbarschaft könnte beispielsweise rund 20 Millionen Mietshaushalte in Deutschland versorgen. Damit lassen sich bereits 30 Prozent des gesamten Solar-Ausbaus erreichen, den sich die Bundesregierung bis zum Jahr 2030 vorgenommen hat. 

Solaranlagen auf Dächern

Solaranlagen machen Häuser zu kleinen Sonnenkraftwerken: Sie verwandeln ungenutzte Dächer in Kraftwerke, ohne ein einziges zusätzliches Feld zu versiegeln. Das Potenzial in Deutschland ist riesig: Wir könnten damit etwa 80 Prozent unseres gesamten Strombedarfs decken. Der Strom wird direkt dort erzeugt, wo man ihn braucht. Das entlastet die Stromnetze und spart teure neue Leitungen. Die Technik ist ausgereift, schnell installiert und macht Haushalte und Betriebe unabhängiger von teuren Energieimporten. Zudem lohnt es sich finanziell: Ob Eigentümer*innen oder Mieter*innen – wer in Solar investiert, profitiert direkt von sinkenden Stromkosten.

Was braucht es für die Dach-Kraftwerke? Klare und feste Regeln, damit sich Menschen trauen, in Dachsolaranlagen zu investieren. Außerdem braucht es ein Stromsystem, das flexibel ist: mit Stromspeichern, modernen Stromzählern (Smart Metern) und digitalisierten Netzbetreibern. Die aktuellen Regeln stellt Energieministerin Katherina Reiche derzeit infrage. Durch mangelnde Planungssicherheit wurden bis Oktober 2025 28 Prozent weniger Photovoltaikanlagen auf Wohnhäusern gebaut als im Vergleichszeitraum 2024.

Energy Sharing

Energy Sharing ermöglicht es, Strom aus Wind- oder Solaranlagen gemeinschaftlich zu nutzen. Mit Energy Sharing können private Haushalte, Kommunen und kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) Strom teilen. Ihren Ökostrom liefern sie einfach über das öffentliche Netz an Verbrauchende. Der vor Ort produzierte Strom kann so direkt vor Ort verbraucht werden. Der Clou daran: Man kann auch dann mitmachen, wenn man selbst gar keinen Platz für eine Solaranlage auf dem Dach hat. Voraussetzung sind moderne Strommesser (Smart Meter), um Erzeugung und Verbrauch effizient zu steuern und abzurechnen. Energy Sharing schafft Anreize für Bürger*innen, in Solar- und Windanlagen zu investieren, und fördert dadurch die lokale Wertschöpfung.

Energy Sharing wurde zum 1. Juni 2026 in Deutschland eingeführt. Damit das funktioniert, müssen aber noch einige Dinge vorbereitet werden: 

  1. Messgeräte und Messdaten: Es muss genau gemessen werden, wie viel Strom erzeugt und wie viel von jeder Person verbraucht wird. Dafür braucht man spezielle Messgeräte. Diese gibt es aber noch nicht überall. Außerdem klappt das Übermitteln der Messdaten oft noch nicht richtig. Es fehlen einheitliche Abläufe und Systeme.

  2. Ob Energy Sharing sich lohnt, ist noch nicht klar. Denn es gibt keinerlei finanzielle Anreize wie beispielsweise reduzierte Netzentgelte. Der Strom, der nicht in der Gemeinschaft genutzt wird, muss zudem direkt an der Strombörse vermarktet werden. Das lohnt sich bei kleinen Mengen oft nicht und es ist auch schwer, dafür einen Direktvermarkter zu finden.

In Österreich ist Energy Sharing viel einfacher. Dort fallen weniger Netzentgelte für geteilten Strom an, sodass es sich schneller lohnt. Außerdem können die Messdaten dort problemlos übermittelt werden.

Mieterstrom und Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung

Beim Mieterstrom und bei der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung kommt der Strom direkt von der Solaranlage auf dem eigenen Dach in die Wohnungen. So kommt auch in Städten die Energiewende voran, wo die meisten Menschen zur Miete wohnen. Das Potenzial ist riesig: Rund 20 Millionen Wohnungen in Deutschland könnten so versorgt werden. Damit ließe sich ein Drittel des gesamten Solar-Ausbaus erreichen, den Deutschland sich vorgenommen hat.

Mieter*innen bekommen so sauberen Strom aus der Nachbarschaft, der oft auch noch günstiger ist. Man muss dafür weder ein eigenes Haus besitzen noch unbedingt selbst Geld investieren – so können wirklich alle bei der Energiewende mitmachen. Da der Strom direkt im Haus bleibt und nicht durch das öffentliche Netz fließen muss, entfallen viele Gebühren und Abgaben. Das macht die Stromrechnung spürbar kleiner. Zur Erklärung: Normalerweise zahlt jede Person sogenannte Netzentgelte – das ist eine Art ‚Straßengebühr‘ für die Nutzung der Stromleitungen. Wenn man aber seine eigenen ‚Leitungen‘ im Haus nutzt, spart man sich das.

Gleichzeitig wird das Gebäude moderner und wertvoller. Wer mitmacht, erlebt die Energiewende ganz direkt – jedes Mal, wenn er zu Hause den Stecker in die Dose steckt und weiß, woher der Strom kommt.

Wie unterscheiden sich Mieterstrom und Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung?

Beim Mieterstrom-Modell verkauft ein Anlagenbetreiber (z.B. Vermieter oder Energiegenossenschaft) den Solarstrom vom Dach direkt an die Bewohner*innen. Die Bewohner*innen haben einen eigenen Stromvertrag für ihre Vollversorgung, wenn sie mitmachen. Der Strom ist oft günstiger, weil ein Teil der Netzentgelte und Abgaben entfällt, aber es bleibt ein klassisches Lieferanten-Modell. 

Bei der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung behalten die Bewohner*innen ihren Stromliefervertrag und beziehen Solarstrom vom Dach. Sie bleiben Kund*innen ihres bisherigen Stromanbieters und beziehen nur den Reststrom aus dem öffentlichen Netz. 

Der Hauptunterschied liegt also darin, dass Mieterstrom ein Liefermodell mit eigenem Tarif ist, während die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ein gemein­schaftliches Nutzungsmodell darstellt. Die Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ist meist einfacher in der Organisation und spart mehr Abgaben, Mieterstrom bietet dafür einen klaren, vertraglich geregelten Mieterstromtarif.

Wertschöpfung & Finanzierung

Potential von Bürgerenergie

Bürgerenergie könnte die Energiewende ohne weiteres aus dem Vermögen der Bevölkerung finanzieren.
Bis 2024 haben Bürger­energie­genossenschaften und Energiegemeinschaften bereits mindestens 12 Milliarden Euro in erneuerbare Projekte investiert. Private Haushalte in Deutschland besitzen ein Geldvermögen von 9,2 Billionen Euro. Würde davon nur ein Prozent in Bürgerenergie fließen, entstünden über 90 Milliarden Euro Investitionskraft; genug, um die Förderung effizienter Wärmenetze bis 2045 jährlich um ein Vielfaches zu übertreffen. Das Geld ist da, es fehlen nur die richtigen Rahmenbedingungen, um Bürgerenergieprojekte einfach und sicher zu realisieren. 


 

Einfach erklärt

Die Energiewende kann problemlos aus der eigenen Tasche der Bürger:innen finanziert werden. Bis heute haben Energiegenossenschaften schon über 12 Milliarden Euro in saubere Energie investiert. Das ist viel, aber da geht noch mehr: Die Menschen in Deutschland besitzen zusammen ein riesiges Geldvermögen von über 9.000 Milliarden Euro. 

Würden wir davon nur ein einziges Prozent in Bürgerenergie stecken, hätten wir auf einen Schlag 90 Milliarden Euro zur Verfügung. Das wäre mehr als genug Geld, um zum Beispiel alle modernen Wärmenetze bis 2045 zu finanzieren. [besser wäre hier: genau auflisten, was man mit 90 Milliarden finanzieren kann. Also zum Beispiel so (falls das stimmt): „Nicht nur Solar und Wind für alle, sondern auch Speicher und dann auch noch saubere Wärme für alle. − also sauberer und sicherer Strom und Wärme rund um die Uhr.“] Das Geld ist also da – was jetzt noch fehlt, sind klare Regeln, damit jeder sein Geld unkompliziert in lokale Projekte investieren kann. 

Regionale Wertschöpfung durch Bürgerenergie

Bürgerenergie ist ein Motor für die lokale Wirtschaft: Rund 60 bis 80 Prozent des Geldes bleiben direkt in der Region. Während die Gewinne bei großen Konzernen meist irgendwo in der Ferne landen, sorgen Bürgerprojekte dafür, dass das Geld und das Fachwissen vor Ort bleiben.

Davon profitieren alle: Da die Firmen ihren Sitz meist direkt in der Gemeinde haben, fließen die Gewerbesteuern ins örtliche Rathaus. Das stärkt die Kasse der Gemeinde und sorgt dafür, dass Investitionen und Gewinne dort ankommen, wo die Menschen auch leben.

Bürgerenergie hilft den Stadtwerken

Stadtwerke müssen in den nächsten Jahren mehr als 600 Milliarden Euro in erneuerbare Energien, grüne Fernwärme und Netze investieren. Die meisten werden das aus eigener (Finanz-)kraft nicht schaffen. Sie verfügen nicht über genügend eigenes Kapital, um bei Banken bezahlbare Kredite aufzunehmen.  Besonders kleine Stadtwerke, die überschuldeten Kommunen gehören, stehen vor diesem Problem.

Bürger­energie­genossenschaften können hier einspringen. Mit dem Geld ihrer Mitglieder können sie sich an den Erneuerbaren Energien-Projekten eines Stadtwerks beteiligen. Das Geld der Genossenschaft wird von Banken als eigenes Kapital des Stadtwerks betrachtet. So fallen die Zinsen für einen Kredit geringer aus. Im Gegenzug erhält die Genossenschaft eine Beteiligung an dem Solarpark oder dem Wärmenetz. Das Ergebnis ist also eine echte Win-Win-Partnerschaft.


 

Einfach erklärt

Unsere Stadtwerke müssen in den nächsten Jahren riesige Summen investieren, um auf saubere Energie und grüne Fernwärme umzustellen, mehr als 600 Milliarden Euro. Das Problem: Viele Stadtwerke können das allein nicht stemmen. Sie haben nicht genug eigenes Kapital, um von den Banken günstige Kredite zu bekommen. Besonders kleine Stadtwerke in verschuldeten Gemeinden stehen mit dem Rücken zur Wand. 

Hier können Bürger­energie­genossenschaften die Rettung sein. Die Mitglieder legen ihr Geld zusammen und beteiligen sich damit an Projekten der Stadtwerke. Für die Bank zählt dieses Geld wie echtes Eigenkapital des Stadtwerks. Dadurch werden die Zinsen für Kredite billiger. Im Gegenzug gehört der Genossenschaft dann ein Stück vom Solarpark oder vom Wärmenetz. Am Ende gewinnen alle: Das Stadtwerk kann bauen, und die Bürger beteiligen sich direkt am Erfolg.

Finanzierung der Energiewende

Bürgerenergie zeigt schon heute, wie wir privates Kapital für den Klimaschutz mobilisieren können: Über 12 Milliarden Euro Bürgerkapital sind bereits in lokale Projekte geflossen. Dieses Geld wirkt wie ein Turbo: Wenn Bürger ihr Erspartes dazugeben, geben die Banken viel leichter Kredite für neue Wind- oder Solarparks. So werden viele Projekte überhaupt erst möglich. 

Gleichzeitig sorgt das Miteigentum für gute Stimmung: Wer selbst beteiligt ist und direkt profitiert, ist kein bloßer Zuschauer mehr, sondern macht gerne mit. Das entlastet die Kasse der Gemeinde und der Stadtwerke. Bürgerenergie ist damit der wichtigste Hebel, um die Energiewende mit dem Geld und dem Engagement der Menschen vor Ort zu finanzieren. 

Versorgungssicherheit & Unabhängigkeit

Versorgungssicherheit

Ein dezentrales Energie­versorgungssystem erhöht die Versorgungssicherheit, weil es nicht von wenigen großen Kraftwerken und weitreichenden Übertragungsnetzen abhängt, sondern aus vielen kleineren, regional verteilten Erzeugern besteht. Dazu zählt auch die Bürgerenergie: Wenn Bürger*innen selbst Strom mit Solar- und Windanlagen produzieren, entsteht ein breites Netz lokaler Energieeinspeiser. Ausfälle einzelner Anlagen können besser abgefedert werden. Die Transportwege bleiben kurz und weniger störanfällig. Die Vielfalt der Energiequellen, die aktive Beteiligung der Bevölkerung und die Möglichkeit, flexibel auf Schwankungen zu reagieren, machen das gesamte System insgesamt robuster und widerstandsfähiger gegenüber technischen Störungen, Naturereignissen oder Versorgungskrisen. 

Energieunabhängigkeit

Die Bürgerenergie stärkt die Resilienz des deutschen Energiesystems, indem sie die Abhängigkeit von Erdöl, Kohle und Gas aus politisch instabilen oder undemokratisch regierten Ländern reduziert. Durch die dezentrale Erzeugung von Strom, etwa aus Photovoltaik oder Windkraftanlagen, wird nicht nur die Versorgungssicherheit erhöht, sondern auch die Wertschöpfung direkt in Deutschland gehalten. Lokale Energieprojekte schaffen Arbeitsplätze, fördern Innovationen und stellen sicher, dass Investitionen in erneuerbare Energien der heimischen Wirtschaft zugutekommen. Das ist ein klarer Gewinn für Umwelt, Gesellschaft und nationale Stabilität.


 

Einfach erklärt

Bürgerenergie macht unsere Stromversorgung sicherer und unabhängiger. Weil wir unseren Strom durch Wind und Sonne selbst erzeugen, brauchen wir weniger Kohle, Öl und Gas aus Krisenregionen und Diktaturen. Das macht uns weniger erpressbar. 

Gleichzeitig bleibt das Geld bei uns im Land: Lokale Projekte schaffen Arbeitsplätze und sorgen dafür, dass Gewinne in der Region bleiben, statt ins Ausland abzufließen. Das ist gut für die Umwelt, stärkt unsere Wirtschaft und sorgt dafür, dass das gesamte Energiesystem stabiler läuft. 

Wärme

Wirtschaftliche Chancen durch Wärmegemeinschaften

Eine Wärmeversorgung in Bürger*innenhand bringt Städten und Gemeinden viele wirtschaftliche Vorteile. Denn: Privates Geld von Bürger*innen hilft dabei, das lokale Wärmenetz für alle aufzubauen. Das entlastet finanzschwache Städte und Gemeinden, die ein Wärmenetz nicht allein finanzieren können. 

Bürgerenergiegemeinschaften arbeiten so, dass sie die Kosten des Wärmenetzes decken können. Sie arbeiten nicht mit dem Ziel, mit dem Wärmenetz möglichst hohe Gewinne zu erwirtschaften. Das unterscheidet sie von klassischen Energie­versorgungsunternehmen. So kann die Wärmewende wirtschaftlich umgesetzt werden und die Wärmeversorgung gehört am Ende denen, die sie nutzen.


 

Einfach erklärt

Ein Wärmenetz in der Hand der Bürger bringt Städten und Gemeinden viele Vorteile. Das Geld dafür kommt von den Menschen vor Ort, die sich beteiligen. Das hilft vor allem ärmeren Kommunen, die so teure Projekte nicht alleine bezahlen könnten. Der große Unterschied zu kommerziellen Energie-Unternehmen: Bürgergenossenschaften wollen mit dem Wärmenetz nicht den maximalen Profit herausholen. Ihr Ziel ist es lediglich, die Kosten zu decken, damit alles stabil läuft. So bleibt das Heizen bezahlbar, und die Wärmeversorgung gehört am Ende denen, die sie auch nutzen.

Ressourcen & Kompetenzen der Bürgerenergie für die Wärmewende

Bürgerenergiegemeinschaften verfügen über Mittel, Fähigkeiten und Wissen, mit denen sie die Wärmewende vor Ort vorantreiben können. Sie wissen, wie man Erneuerbare-Energien-Projekte entwickelt, finanziert und Bürger*innen dabei beteiligt. Womöglich haben sie bereits Erfahrung durch vorige Projekte im Strombereich gesammelt. Außerdem zeichnen sich Bürgerenergiegemeinschaften oft durch flexible Strukturen aus. Sie leben flache Hierarchien. Das macht sie zu schnellen und kompetenten Partnern für jede Stadt oder Gemeinde in der Wärmewende.


Einfach erklärt

Bürgergenossenschaften bringen alles mit, was man für die Wärmewende vor Ort braucht. Sie wissen genau, wie man Projekte plant, das Geld dafür auftreibt und die Menschen mitnimmt. Oft haben sie diese Erfahrung schon bei Solaranlagen oder Windparks gesammelt.

Ein großer Pluspunkt: Sie sind nicht so schwerfällig wie Ämter oder Konzerne. Bei ihnen gibt es kurze Wege und flache Hierarchien. Das macht sie zu einem schnellen und kompetenten Partner für jede Gemeinde, die beim Heizen neue Wege gehen will. 

Wärmegemeinschaften schaffen lokale Wertschöpfung und Resilienz

Ein Wärmenetz in Bürger*innenhand fördert die lokale Wertschöpfung. Bürgerenergiegemeinschaften beauftragen meistens Unternehmen, wie z.B. Planungsbüros oder Tiefbauunternehmen aus der Region. Das sichert Aufträge und Arbeitsplätze vor Ort. Außerdem zahlen Bürgerenergiegemeinschaften Steuern an die Kommune. Denn: Bürgerenergiegemeinschaften haben ihren Geschäftssitz meist direkt vor Ort. Dort zahlen sie dementsprechend eine Gewerbesteuer. So tragen sie dazu bei, dass das Geld aus der Energieproduktion in der Region bleibt. Das Geld kommt direkt den Unternehmen vor Ort zu und füllt den Haushalt der Gemeinde.


Einfach erklärt

Wenn ein Wärmenetz den Bürger:innen gehört, profitiert die ganze Region. Die Genossenschaften beauftragen meistens Planungsbüros, Handwerker und Bauunternehmen direkt aus der Gegend. Das sichert Aufträge und Arbeitsplätze vor Ort. 

Ein weiterer Pluspunkt: Weil die Bürgerprojekte ihren Sitz fast immer direkt in der Gemeinde haben, zahlen sie auch dort ihre Gewerbesteuern. So landet das Geld nicht bei fernen Konzernen, sondern bleibt im Ort und füllt die Gemeindekasse. Das Geld aus der Heizkostenabrechnung kommt so am Ende den lokalen Unternehmen und uns allen zugute. 

Wärmegemeinschaften schaffen Resilienz

Ein Wärmenetz in Bürger*innenhand sichert die Energie­versorgung. Wenn Bürgerenergiegemeinschaften ein Wärmenetz betreiben, ist die Wärmeversorgung krisensicherer. Denn: Die Versorgung ist unabhängig vongewinnorientierten Wärmeversorgern, wie klassischen Fernwärmeversorgungsunternehmen.

Die Wärmeversorgung von Bürgerenergiegemeinschaften ist außerdem unabhängig von Erdöl oder Erdgas, weil sie Erneuerbare Energien nutzt. Damit ist sie unabhängiger von schwankenden fossilen Preisen auf dem Weltmarkt. Während fossile Brennstoffe in Krisenzeiten oft extrem teuer werden, bleibt die gemein­schaftliche Wärme aus der Region stabil und verlässlich.


 

Einfach erklärt

Ein Wärmenetz, das den Bürger:innen gehört, macht die Energie­versorgung krisensicher. Man ist nicht mehr von großen Konzernen abhängig, denen es vor allem um ihren Profit geht. 

Außerdem nutzt Bürger-Wärme Energie aus der Natur statt Öl oder Gas. Das macht uns unabhängig von den schwankenden Preisen auf dem Weltmarkt. Während fossile Brennstoffe in Krisenzeiten oft extrem teuer werden, bleibt die Wärme aus der Region stabil und verlässlich. 

Bürgerenergie schafft Akzeptanz für die Wärmewende vor Ort

Die Wärmewende ist für viele Menschen ein wichtiges Thema. Denn: Sie betrifft das eigene Zuhause und niemand möchte in einem kalten Haus oder einer kalten Wohnung sitzen, weil die Heizkosten nicht zu bezahlen sind. Umso wichtiger ist es, dass Bürger*innen bei der Wärmewende beteiligt werden und mitbestimmen können. Das liegt auch daran, dass Falschinformationen rund um die Wärmewende weitverbreitet sind. Deshalb spielenBürgerenergiegemeinschaften eine wichtige Rolle: Da sie direkt in der Nachbarschaft oder der Gemeinde sitzen, vertrauen ihnen die Menschen. In der Bürgerenergiegemeinschaft setzen sich die Mitglieder mit der Wärmewende auseinander. Sie können ihr Wissen und ihre Erfahrungen an Nachbar*innen weitergeben und in der Gemeinde über die Wärmewende informieren. So schaffen Bürgerenergiegemeinschaften Wissen und Vertrauen in gemein­schaftliche Lösungen.


Einfach erklärt

Das Thema Heizen bewegt uns alle, denn niemand möchte in einer kalten Wohnung sitzen oder von explodierenden Kosten überrascht werden. Gerade weil es bei der Wärmewende oft viele Gerüchte und falsche Infos gibt, ist es so wichtig, dass die Bürger selbst das Sagen haben. 

Bürgergenossenschaften spielen hier eine Hauptrolle: Da sie direkt aus der Nachbarschaft kommen, vertrauen ihnen die Menschen. In der Gemeinschaft kann sich jeder in Ruhe schlau machen und lernen, wie die neue Technik funktioniert. Die Mitglieder können ihre Erfahrungen an andere im Ort weitergeben. So entsteht echtes Wissen und Vertrauen in Lösungen, die wir gemeinsam anpacken – statt Angst vor der Veränderung. 

Wirtschaftlichkeit durch Vertrauen

Bürgerenergiegemeinschaften sind vor Ort verankert und genießen deshalb das Vertrauen der Menschen. Die Mitglieder in der Bürgerenergiegemeinschaft kennen die Nachbar*innen, Betriebe oder Lokalpolitiker*innen persönlich.Das Vertrauen ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg von Wärmenetzen. Persönliche Gespräche der Mitglieder im Ort fördern die Bereitschaft, sich an ein Wärmenetz anzuschließen. Das ist entscheidend für die Wärmewende. Denn: Nur mit vielen Teilnehmenden lohnt sich ein Wärmenetz. Und je mehr Haushalte es werden, desto günstiger ist die Wärmeversorgung. So tragen Bürgerenergiegemeinschaften dazu bei, dass Wärmenetze gebaut werden können.


 

Einfach erklärt

Bürgerenergie-Gemeinschaften haben einen großen Vorteil: Sie sind vor Ort verankert. Die Mitglieder kennen die Nachbarn, die Handwerker im Dorf und die Leute im Gemeinderat oft persönlich. Dieses Vertrauen ist der Schlüssel für ein erfolgreiches Wärmenetz. 

Wenn man beim Bäcker oder über den Gartenzaun mal in Ruhe darüber redet, entscheiden sich viel mehr Menschen für den Anschluss. Und genau darauf kommt es an: Ein Wärmenetz lohnt sich erst dann richtig, wenn viele mitmachen. Je mehr Haushalte dabei sind, desto günstiger wird es am Ende für jeden einzelne Person. So sorgen die Bürgerprojekte dafür, dass die Wärmewende bei uns überhaupt erst machbar und bezahlbar wird.

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