15.09.2026
Bürgerwind: Privates Kapital vor Ort sichern
Im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens zum EEG 2027 fordern der Bundesverband WindEnergie (BWE), der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) sowie das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) verlässliche Rahmenbedingungen für Bürgerwindprojekte. Die derzeitige Regelung gefährdet sowohl Projekte als auch privates Kapital.
Bürgerwind ist ein Erfolgsmodell für die Energiewende vor Ort, doch die derzeitige Regelung im EEG gefährdet dieses Modell. Der BWE, der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband (DGRV) und das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) fordern deshalb, die im Koalitionsvertrag zugesagte Stärkung der Bürgerenergie im parlamentarischen Verfahren zum EEG 2027 umzusetzen. „Wer Bürgerinnen und Bürger zu Mitgestaltern der Energiewende machen will, muss ihnen auch ermöglichen, sich an Windenergie zu beteiligen. Dafür braucht es vor allem eines: verlässliche und finanzierbare Rahmenbedingungen,“ erklärt Bärbel Heidebroek, Präsidentin des BWE.
Die bestehende Regelung zur Ausschreibungsbefreiung sorgt jedoch für erhebliche Unsicherheit – insbesondere bei den Banken. Bereits gemeldete Bürgerwindprojekte sind dadurch in ihrer Finanzierung gefährdet und weitere Vorhaben werden nicht gemeldet. Damit droht ausgerechnet ein Instrument, das Akzeptanz, regionale Wertschöpfung und privates Engagement stärken soll, zum Hemmschuh für den Ausbau zu werden. „Ein eigenes Ausschreibungssegment würde zentrale Schwächen der bisherigen Bürgerenergie-Regelung beseitigen und würde faire Chancen für lokale Projekte eröffnen,“ kommentiert Harald Uphoff, Vorstand des Bündnis Bürgerenergie.
Die Autoren des Schreibens schlagen deshalb eine praxistaugliche Lösung vor. Bürgerwind soll künftig in einem eigenen Ausschreibungssegment unter fairen Wettbewerbsbedingungen antreten können. Zugleich muss sichergestellt werden, dass die Finanzierung im Verwertungs- oder Insolvenzfall abgesichert bleibt. Für bereits gemeldete Projekte wird eine Übergangslösung benötigt. „Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag versprochen, die Bürgerenergie zu stärken. Jetzt muss sie im EEG 2027 dafür sorgen, dass aus diesem Versprechen auch finanzierbare Projekte werden“, fasst Jan Holthaus, Vorstand des DGRV den gemeinsamen Appell zusammen.
