CommunitE

27.02.2026

Leak zur EEG-Novelle: Bundes­wirtschafts­ministerium gefährdet Dach-Photovoltaik und Bürgerenergie

Der durchgesickerte Entwurf zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) offenbart aus Sicht des Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn) massive Einschnitte für die dezentrale Energiewende. Besonders betroffen wäre die Dach-Photovoltaik – also genau jener Bereich, der bislang von privaten Haushalten und Energiegenossenschaften getragen wird. 

Nach dem geleakten Entwurf soll es künftig keine Einspeisevergütung und auch keine Marktprämie mehr für Dach-PV-Anlagen unter 25 kW Leistung geben – also für praktisch alle Anlagen auf Ein- und Zweifamilienhäusern. Für alle Dach-PV-Anlagen soll zudem eine Direktvermarktungspflicht greifen, obwohl die für Anlagen dieser Größenordnung bislang mit erheblichen Zusatzkosten verbunden und wirtschaftlich nicht tragfähig ist. 

Für Anlagen ab 25 kW soll die Marktprämie erhalten bleiben, jedoch soll nicht mehr nach Anlagengröße unterschieden werden - ein Modell, das kleinere und mittlere Projekte strukturell benachteiligt und die bisherige Differenzierung nach Anlagengröße aufgibt. 
 
„Dach-Photovoltaik ist das Rückgrat der bürgergetragenen Energiewende. Wer sie mit regulatorischen Hürden ausbremst, verspielt günstige Strompreise, regionale Wertschöpfung durch private Investitionen und unsere Energieunabhängigkeit. Das ist kein Fortschritt – das ist energiepolitische Sabotage“, erklärt dazu Valérie Lange, Leiterin Energiepolitik und Regulierung beim Bündnis Bürgerenergie. 

Bürgerinnen und Bürger, die bereit sind, eigenes Kapital in klimafreundliche Stromerzeugung zu investieren, würden faktisch vom Markt verdrängt. Das Geschäftsmodell vieler kleiner Solateurunternehmen wird zerstört. 

„Wenn kleine Dachanlagen keine verlässliche Einspeisevergütung mehr erhalten und zugleich in teure Direktvermarktungsstrukturen gezwungen werden, wird Bürgerenergie praktisch unmöglich gemacht“, so Lange weiter. „Damit wird genau der Teil der Energiewende beschädigt, der besonders kosteneffizient, schnell umsetzbar und gesellschaftlich breit getragen ist“, erläutert Lange. 

Das Bündnis Bürgerenergie sieht in dem Entwurf zudem einen klaren Bruch mit den energiepolitischen Zusagen der Bundesregierung. Der Koalitionsvertrag verspricht Planungssicherheit, einen kontinuierlichen Ausbau erneuerbarer Energien und das Erreichen der Klimaziele. 

„Wer Dach-PV wirtschaftlich austrocknet und kleinere Akteure benachteiligt, erfüllt diesen Auftrag nicht“, kritisiert Lange. „Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche wird damit weder dem Koalitionsvertrag noch der Verantwortung ihres Amtes gerecht.“ 

Aus Sicht des BBEn droht mit der EEG-Novelle eine energiepolitische Fehlsteuerung mit weitreichenden Folgen: weniger private Investitionen, weniger regionale Wertschöpfung, höhere Systemkosten und wachsende Abhängigkeit. 

„Deutschland braucht mehr Bürgerenergie, nicht weniger“, so Lange abschließend. „Wer die Dächer des Landes energiepolitisch stilllegt, legt die Energiewende lahm.“ 

 

Ansprechpartnerin: 
Valérie Lange 
Leiterin Energiepolitik und Regulierung 

Email schreiben
 

 

Leak zur EEG-Novelle: Bundes­wirtschafts­ministerium gefährdet Dach-Photovoltaik und Bürgerenergie

Ihr Ansprechpartner

Harald Uphoff

Vorstand Politik

Um unsere Webseiten optimal zu gestalten und fortlaufend zu verbessern nutzen wir zur Webanalyse Google Analytics und zur Darstellung von geografischen Standorten den Kartendienst Google Maps. Durch Klicken auf „Akzeptieren“ erklärst Du dich damit einverstanden. Unter "Einstellungen" kannst Du die Nutzung der einzelnen Dienste jederzeit aktivieren oder deaktivieren.

Wenn Du nicht zustimmst, findet keine Webanalyse mittels Google Analytics statt und Dir werden keine Karteninformationen angezeigt.

Ablehnen Akzeptieren Einstellungen