CommunitE

09.05.2026

Bürgerenergiekonvent 2026: Großes Engagement und starker Gestaltungswille trotz politischem Gegenwind, Verleihung des Michael-Sladek-Preises für Bürgerenergie

Unter dem Motto „Starke Gemeinschaften, starke Regionen – für eine krisenfeste Zukunft“ kamen beim zwölften Bürgerenergie-Konvent des Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn) am 8. und 9. Mai 2026 im Energiepark Hirschaid bei Bamberg über 260 Akteur*innen aus Bürgerenergie, Kommunen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um gemeinsam über die Zukunft der Energiewende in Bürger*innenhand zu sprechen.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen, zunehmend rückwärtsgewandten Energiepolitik sendet die hohe Beteiligung ein klares Gegensignal: Bundesweit engagieren sich tausende Menschen – haupt- und ehrenamtlich – für eine nachhaltige, dezentrale und demokratische Energie­versorgung. Sie halten an diesem Ziel fest, trotz politischer Hürden. Das zeigt, wie breit und engagiert die Bürgerenergiebewegung ist – und das zunehmend jünger und diverser. Viele Teilnehmende verbindet eine langjährige Zusammenarbeit. Der jährliche Bürgerenergie-Konvent bietet Raum für Vernetzung, Austausch, neue Ideen und die Entstehung einer starken, solidarischen Community.

„Die große Beteiligung zeigt: Menschen wollen Bürgerenergie – trotz politischem Gegenwind. Sie wollen die Energiewende selbst mitgestalten, Verantwortung übernehmen und vor Ort Wertschöpfung schaffen. Dieses Engagement ist ein klares Signal an die Politik“, sagt Harald Uphoff, politischer Vorstand des Bündnis Bürgerenergie.

Michael-Sladek-Preis für Bürgerenergie 2026 verliehen

Wie viel Motivation und Ausdauer in der Bürgerenergiebewegung steckt, zeigen auch die Lebenswerke der Preisträger*innen des Michael-Sladek-Preises für Bürgerenergie 2026:

Ein Preisträger ist Reinhard Guthke, Mitgründer der BürgerEnergie Jena eG und des Dachverbands Bürgerenergie Thüringen. Über Jahrzehnte hinweg hat er Energiegenossenschaften vernetzt, Kooperationen aufgebaut und politische Rahmen- bedingungen mitgestaltet. „Reinhard ist ein Pionier der Bürgerenergie. Ein Brückenbauer. Ein beharrlicher Netzwerker. Und ein Mensch, dem viele – in Jena, in Thüringen und darüber hinaus – sehr viel zu verdanken haben“, sagte Katharina Habersbrunner (Vorständin BBEn)  in ihrer Laudatio.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Verena Ruppert, die zentrale Strukturen der Bürgerenergie in Deutschland aufgebaut und professionalisiert hat. Als Mitgründerin der UrStrom Bürgerenergie, des Landesnetzwerks BürgerEnergieGenossenschaften Rheinland-Pfalz und des Bündnis Bürgerenergie hat sie die Bewegung maßgeblich geprägt – insbesondere mit ihrem Einsatz für Teilhabe, lokale Konzepte und die stärkere Beteiligung von Frauen. „Verbindlich, verlässlich, fokussiert, mit Humor und Sachkunde – so hat Verena Ruppert über mehr als 15 Jahre die bürgernahe Energiewende vorangebracht“, sagte Hermann Falk (Naturstrom Stiftung).

Inhaltliche Highlights

Viele inspirierende Keynotes und fachliche Workshops zu Themen wie Energy Sharing, Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung, Speicher und Finanzierungsmöglichkeiten motivierten die Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland.

Ein inhaltlicher Höhepunkt war die Podiumsdiskussion „Power für die Region: Wie lokale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien vor Ort wirkt“. Auf dem Podium diskutierten Bundespolitiker*innen, Vertreter*innen aus Kommunen, Stadtwerken und dem Bauernverband gemeinsam. Besondere Relevanz erhielt die Debatte durch eine Mitte April veröffentlichte Studie des Bundes­wirtschafts­ministeriums: Sie belegt, dass Wind- und Solarenergie bereits heute erhebliche regionale Wertschöpfung schaffen – 2023 rund 3,5 Milliarden Euro, bis 2033 voraussichtlich 12,4 Milliarden Euro. „Es geht nicht nur um Strom, sondern um wirtschaftliche Effekte vor Ort – durch Gewinne, Einkommen und kommunale Steuern“, betonte Moderatorin Valérie Lange, Bereichsleitung für Energiepolitik.

Der Bürgerenergie-Konvent 2026 zeigt damit deutlich: Bürgerenergie ist weit mehr als Energiepolitik. Sie steht für demokratische Teilhabe, regionale Wertschöpfung – und für eine engagierte Zivilgesellschaft, die die Energiewende trotz politischer Widerstände vorantreibt.

 

Über den Michael-Sladek-Preis

Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die sich mit besonderem Engagement, Mut und Überzeugung für eine demokratische und gerechte Energiezukunft eingesetzt haben. Der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Preis wird vom Bündnis Bürgerenergie gemeinsam mit der Stiftung Neue Energie, der Naturstrom-Stiftung und den EWS Elektrizitätswerken Schönau vergeben.

Zur Darstellung der Preisträger*innen wurden zwei Videos produziert:

Reinhard Guthke: https://youtu.be/p00sVRsSBMc

Verena Ruppert: https://youtu.be/bm5nGQErxPs

Bürgerenergiekonvent 2026: Großes Engagement und starker Gestaltungswille trotz politischem Gegenwind, Verleihung des Michael-Sladek-Preises für Bürgerenergie

Ihr Ansprechpartner

Harald Uphoff

Vorstand Politik

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