Direktversorgung mit Bürgerstrom

Das Bündnis Bürgerenergie ist der Auffassung, dass der Strommarkt neu strukturiert werden muss, damit die Energiewende vorankommt. Erneuerbare Energien sind kleinteilig und dezentral überall in Deutschland verfügbar. Ihr Ausbau und ihre Integration in innovative Nutzungs- und Vermarktungsformen werden entscheidend von Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam mit regionalen Akteuren vorangetrieben. Ein neu regulierter Strommarkt muss daher weitere Räume schaffen, um die Kreativität und Effizienz regionaler Lösungen durch Bürgerenergie nutzbar zu halten.

Eine dezentrale, vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger getragene Energiewende hat demokratische, soziale, ökologische und ökonomische Vorteile gegenüber einem zentralen Energiesystem. Das Bündnis Bürgerenergie stützt sich in dieser Überzeugung auf die Meinung einer breiten Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland, die für eine bürgernahe Energiewende eintritt.

Unsere energiepolitischen Grundsätze zum Strommarkt sind:

Bürgerenergie als tragende Säule der Energiewende stärken:

Die Energiewende muss ambitioniert fortgesetzt werden. Der Klimawandel ist weiterhin ein drängendes globales Problem. Deswegen brauchen wir eine schnelle Energiewende mit einem ambitionierten Ausbau der Erneuerbaren Energien. Bürgerenergie ist der Marktführer der Energiewende. Eine erfolgreiche und akzeptierte Energiewende braucht daher Bürgerenergie. Bürgerenergie muss im Zentrum der Energiepolitik stehen.

Dezentralen Ausbau zur bedarfsgerechten Stromerzeugung fördern:

Erneuerbare Energien sind überall in Deutschland verfügbar. Daraus ergibt sich ein unschlagbarer Vorteil: Erneuerbare Energien können verbrauchsnah erzeugt werden. Die dezentrale Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Quellen muss deshalb die erste energiewirtschaftliche Priorität sein.

Direktversorgung mit Bürgerstrom zum Vorrang machen:

Die Direktversorgung mit Bürgerstrom setzt Anreize für die bedarfsgerechte Stromerzeugung. Unter Direktversorgung verstehen wir Eigenverbrauch (d.h. den Verbrauch des selbst erzeugten regenerativen Stroms), Direktverbrauch (d.h. Verbrauch des regenerativen Stroms in der unmittelbaren Umgebung der Erzeugung) und Direktlieferung (d.h. die Belieferung mit Bürgerstrom aus definierten Erneuerbaren Energie-Anlagen). Sie ist aus demokratischen, sozialen, ökologischen, volks- und energiewirtschaftlichen Gründen einer Vermarktung über den Graustrommarkt deutlich überlegen.

Hier finden Sie weitere Informationen:
- Mieter-Strom droht ab 2016 Benachteiligung durch Gesetzesnovelle für Kraft-Wärme-Kopplung, Pressemitteilung des Bündnis Bürgerenergie vom 7.9.2015
- Stellungnahme des Bündnis Bürgerenergie zum "Grünbuch" des Bundeswirtschaftsministeriums für Wirtschaft und Energie "Ein Strommarkt für die Energiewende", 20.2.2015