Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) hat eine Konsultation von Verbänden zur Erarbeitung des Klimaschutzprogramms gestartet. Das Bündnis Bürgerenergie e.V. hat eine Stellungnahme eingereicht und fordert, Bürgerenergie als tragende Säule für lokale Klimaschutzmaßnahmen zu verankern und macht dafür konkrete Vorschläge:
Das Bündnis Bürgerenergie fordert die Bundesregierung auf, die laufende Konsultation zu nutzen, um Bürgerenergie im Klimaschutzprogramm strukturell zu verankern – etwa durch verlässliche Marktbedingungen, den Abbau unnötiger Hürden und gezielte Finanzierungsinstrumente. Nur mit einer starken Bürgerenergie kann das Klimaschutzprogramm wirksam, sozial gerecht und gesellschaftlich breit getragen umgesetzt werden.
Bürgerenergie muss strategisch und systematisch gestärkt werden, um Investitionen zu gewährleisten, die Akzeptanz zu erhalten und die Klimaziele zu erreichen. Aus Sicht des Bündnis Bürgerenergie ist vor allem politische Verlässlichkeit entscheidend. Öffentliche Debatten über Förderkürzungen oder zusätzliche regulatorische Einschränkungen, insbesondere bei Photovoltaik-Aufdachanlagen, haben bereits zu spürbarer Investitionszurückhaltung geführt. Dabei ist gerade das Engagement von Bürger*innen und Genossenschaften unverzichtbar, um den Ausbau erneuerbarer Energien in der nötigen Geschwindigkeit voranzubringen.
„Wenn Bürger*innen eigenes Geld in Klimaschutz investieren sollen, brauchen sie klare und verlässliche Rahmenbedingungen. Wer heute Unsicherheit schafft, gefährdet den Ausbau von morgen“, sagt Harald Uphoff, Vorstand Politik des Bündnis Bürgerenergie e.V.
Zugleich betont das Bündnis, dass Bürgerenergie ein zentraler Schlüssel für soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Akzeptanz ist. Durch demokratische Beteiligungsmodelle, gemeinschaftliche Strom- und Wärmeprojekte sowie Instrumente wie Energy Sharing profitieren auch Menschen ohne eigenes Dach oder mit niedrigem Einkommen von der Energiewende. Klimaschutz wird so konkret erfahrbar – und verliert den Charakter eines rein ordnungspolitischen Projekts.
„Akzeptanz entsteht nicht durch Vorgaben von oben, sondern durch echte Teilhabe vor Ort. Bürgerenergie verbindet Klimaschutz mit Mitbestimmung und sozialem Ausgleich – das ist ihre besondere Stärke“, so Uphoff weiter.
Darüber hinaus leistet Bürgerenergie einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung und zur wirtschaftlichen Stabilität von Kommunen. Ein großer Teil der Investitionen, Erträge und Arbeitsplätze verbleibt in den Regionen und stärkt lokale Wirtschaftskreisläufe. Damit ist Bürgerenergie nicht nur klimapolitisch, sondern auch wirtschafts- und konjunkturpolitisch ein zentraler Baustein.