25.06.2015

Bürgerenergiegenossenschaft oder Energiekonzern? Bündnis Bürgerenergie befürwortet Prokon-Genossenschaft

Berlin, 25.06.2015: Das Bündnis Bürgerenergie begrüßt die Möglichkeit zur Überführung des Kerngeschäftes von Prokon in eine Genossenschaft. Es ermutigt die Genussrechteinhaber der insolventen Prokon, sich für diese vom Insolvenzverwalter ausgearbeitete Alternative zu entscheiden. Alternativ liegt ein Übernahmeangebot durch den Energiekonzern EnBW auf dem Tisch, das auch aufgrund einer geringeren Quote für 75.000 Bürger, die in die Erneuerbaren Energien investiert haben, nicht überzeugen kann. Auf der Gläubigerversammlung am 2. Juli werden die Weichen für die Zukunft von Prokon neu gestellt - die Entscheidung liegt bei den Genussrechtsinhabern.

„Die Entscheidung für die Prokon-Genossenschaft wäre ein wichtiges Signal für die Stärkung der Energiewende in Bürgerhand“, betont Dr. Banning, Vorstandsvorsitzender im Bündnis Bürgerenergie. „Schon viele Genussrechteinhaber haben Zustimmungserklärungen zum Genossenschaftsmodell eingereicht. Sie haben sich neben den finanziellen auch aus inhaltlichen Erwägungen für die Fortführung als Genossenschaft entschieden. Denn sie möchten die Energiewende voranbringen – möglichst dezentral und bürgernah. Bisher trugen die Anleger nur das Risiko und verloren Kapital, als Genossen könnten sie die weitere Entwicklung bei Prokon aktiv mitgestalten.“

Aus Prokon könnte so eine der größten Energiegenossenschaften in Deutschland werden. Die Chancen stehen nicht schlecht. Auch der Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Penzlin hat das Genossenschaftsmodell als "zweifelsfrei tragfähig“ eingestuft. Viele Akteure, wie die NATURSTROM AG oder die GLS-Treuhand, unterstützen das Vorhaben.

Bürgerenergie ist die tragende Säule der Energiewende, die wesentlich für den schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien gesorgt hat. „Energiegenossenschaften haben sich bewährt und sind einer der wichtigsten Träger einer dezentralen Energiewende. Genossenschaften werden außerdem von den jeweiligen Prüfungsverbänden streng kontrolliert. Wenn jetzt von einigen Seiten aus öffentlich davor gewarnt wird, Prokon in eine Genossenschaft umzuwandeln, fehlt einfach das Verständnis für genossenschaftliche Aktivitäten. Ein Denken in kurzfristigen, finanzmarktgetriebenen Kategorien ist der falsche Weg, Energiezukunft unter Einbindung engagierter Bürger zu gestalten. Genossenschaften sind auf Gestaltung von Lebensumständen zum Wohle ihrer Mitglieder und der Allgemeinheit ausgelegt und sie wollen damit langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein. Das ist auch im Fall der Prokon-Genossenschaft so, daher wünschen wir dieser Alternative den Erfolg“, sagt Banning.

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