Unsere Förderprojekte

Das Bündnis Bürgerenergie ist in vielfältiger Weise für die Bürgerenergie aktiv. Es leistet Bildungsarbeit, stärkt öffentlich die Kultur der Bürgerenergie und bringt sich in die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Bürgerenergie ein. In seiner Arbeit wird es nicht nur durch Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziell getragen, sondern beteiligt sich als Teil verschiedener nationaler und internationaler Konsortien an unterschiedlichen Förderprojekten. Zur Zeit wirkt das Bündnis Bürgerenergie in vier Förderprojekten mit, die hier kurz vorgestellt werden:

EUCENA: Europäische Bürgerenergie-Akademie

Das BBEn ist neben REScoop.eu, Electra Energy Griechische Energiegenossenschaft, Milieu Kontakt Albanien und Women Engage for a Common Future Projektpartner des zweijährigen Projekts European Citizen Energy Academy (EUCENA), der europäischen Bürgerenergie-Akademie. Das EUKI-geförderte Projekt fördert gezielt die Vermittlung und Weitergabe von Wissen zwischen Südost- und Mitteleuropa. Dabei werden vor allem in Albanien, Griechenland und Deutschland Workshops und Schulungen organisiert. Darüber hinaus finden in Bulgarien, Rumänien, Serbien, Kroatien sowie Bosnien und Herzegowina Workshops statt. In einem überregionalen Online-Kurs und einer internationalen Sommerschule wird die Zusammenarbeit von Bürger*innen aus Südosteuropa, wo sich die Bürgerenergie gerade erst entwickelt, und gut etablierten Energiegemeinschaften in Mitteleuropa gefördert. In Deutschland werden neben Webinaren und Workshops zu neuen Geschäftsmodellen mit dem Netzwerk Energiewende jetzt regionale Möglichkeiten der Vernetzung und Zusammenarbeit von Bürgerenergiegemeinschaften etabliert sowie Energiegenossenschaften gecoacht.

Informationsvermittlung und Qualifizierung zur Bürgerenergie in Deutschland und der Tschechischen Republik

Der Gegenstand des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt geförderten vierjährigen Projekts ist die Vermittlung und Verbreitung konzeptionellen und praktischen Wissens über das in Deutschland schon länger erprobte, in der Tschechischen Republik noch relativ unbekannte Modell der Bürgerenergie, mit Schwerpunkt auf Bürgerenergiegenossenschaften. Sie stehen im Kontext der Nutzung von erneuerbaren Energiequellen, welche auf die Versorgung von Gemeinden, Haushalten und Firmen abzielt und leisten in Deutschland wie in anderen Ländern Westeuropas einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung der Energiewende. Im Rahmen des Projekts veröffentlicht das Bündnis Bürgerenergie drei partizipativ erarbeitete, öffentlichkeitswirksame Publikationen zur Bürgerenergie heute und morgen. Die erste Publikation behandelte das Thema Klimaschutz zum Selbermachen, die zweite das Ökosystem der Bürgerenergie. Unsere Projektpartner sind die tschechischen Friends of the Earth Hnuti DUHA und Calla (Verein für die Rettung der Umwelt).

REScoopVPP: Energieflexibilitäts-Tools von Genossenschaften für Genossenschaften

Das dreijährige Projekt REScoopVPP ist ein internationales Projekt mit Partnern aus Portugal, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Belgien, Slowenien und Deutschland und wird gefördert durch das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizon 2020. Das Hauptziel von REScoopVPP besteht darin, ein gemeinschaftlich betriebenes virtuelles Kraftwerk zu entwickeln, das Flexibilitätsdienste für das Netz bereitstellen kann und zu einem 100-prozentigen Anteil erneuerbarer Energiequellen beiträgt. So sollen etwa eine Reihe von Community-Tools Bürgerenergiegemeinschaften befähigen, sich als Dienstleister für erneuerbare Energien zu organisieren. Das Projekt integriert verschiedene Initiativen aus ganz Europa. In Deutschland sind das BBEn und sein Mitglied Bürgerwerke eG dabei, um den möglichen Geschäftsmodellen auf den Grund zu gehen. Halten Sie sich über die Fortschritte von REScoopVPP auf dem Laufenden und abonnieren Sie den zugehörigen Newsletter.

Akzept: Partizipation und Akzeptanz der Energiewende

Das BBEn ist gemeinsam mit dem Fraunhofer ISI und Women Engage for a Common Future am Verbundvorhaben Akzept beteiligt, welches vom Bundesministerium für Wirtschaft gefördert ist. Die Energiewende sowie die damit verbundenen Kosten im Strombereich wurden bisher von einer breiten Schicht der Gesellschaft akzeptiert. Für einen vollständigen Umbau des Energiesystems sind weitere Investitionen nötig, die zu steigenden Kostenbelastungen führen und damit auch die gesellschaftliche Akzeptanz gefährden könnten. Untersuchungen zeigen, dass sich die gesellschaftliche Akzeptanz vergrößert, wenn möglichst alle Betroffenen partizipieren können, und zwar sowohl bei der Ausgestaltung und Zielsetzung wie auch bei der Umsetzung von Projekten der Energiewende. Das Forschungsvorhaben befasst sich daher mit der Frage, welche Wirkungen der Energiewende für einzelne gesellschaftliche Gruppen wichtig sind und die Akzeptanz beeinflussen. Darüber hinaus untersucht es die Frage, welchen Einfluss die Partizipation in Form von Eigenversorgung sowie Mitgliedschaft in einer Bürgerenergiegemeinschaft auf die gesellschaftliche Akzeptanz der Energiewende hat und welche Rolle hierbei die Kommunikation spielt.